Nasennebenhöhlenentzündung – Sinusitis

Kompetenzzentrum HNO Berlin informiert: Nasennebenhöhlenentzündung – Sinusitis

Definition Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Der HNO-Arzt bezeichnet die Ausbuchtungen im Naseninnern als NasennebenhöhlenNasennebenhöhlenentzündungen werden durch Viren, Bakterien oder Pilze verursacht. Sie entstehen in Verbindung mit einer Erkältung (Schnupfen).

Die Nasennebenhöhlen (NNH) sind Ausbuchtungen im Naseninneren in Richtung Stirn (Stirnhöhle), Oberkiefer (Kieferhöhle) und weitere benachbarte Bereiche der Nase (Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen). Sie sind durch kleine Öffnungen mit der Nasenhaupthöhle verbunden. Den NNH benachbart sind z. Bsp. die Augenhöhlen, die Schädelbasis, die Ohrtrompete und Zahnwurzeln. Die häufigsten Beschwerden gehen von den Kieferhöhlen aus.

Synonyme und artverwandte Begriffe

Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris), Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis frontalis), Entzündung aller NNH (Pansinusitis), Schleimhautzyste (Mucocele), Polypenbildung (Polyposis) (artverwandt)
Englisch: sinusitis, inflammation of the sinuses

Überblick Nasennebenhöhlenentzündung

Der HNO-Arzt unterscheidet die akute und die chronische NNH-Entzündung.

Die NNH reagieren bei jedem Infekt der oberen Atemwege („Schnupfen“) geringgradig mit einer Schleimhautschwellung mit. Kommt es zu Schmerzen im Oberkiefer beim Bücken, Schnäuzen und auf Druck, liegt eine akute Entzündung vor.

Chronische NNH-Entzündungen gehen einher mit Schmerzen im Oberkiefer und allgemeinen Kopfschmerzen, teilweise Nasensekretion, Riechstörungen sowie behinderter Nasenatmung.

Ursachen

Bei der Nasennebenhöhlenentzündung liegt eine Tröpfcheninfektion vor. Viren, Bakterien oder Pilze sind Auslöser von NNH-Entzündungen. Diese führen letztlich zu eitriger Sekretion der Nebenhöhlenschleimhäute. Weiterer Auslöser können Keime in unsauberem Badewasser sein.

Alle Altersgruppen können daran erkranken, Kinder sind jedoch seltener betroffen, da sich die NNH erst im Erwachsenenalter vollständig entwickeln.

Die Problematik der Nasennebenhöhlen ist, dass diese gut von der Nase aus belüftet werden müssen. Leider sind die Zugänge zu den NNH sehr klein, liegen in engen anatomischen Verhältnissen und können dadurch bedingt sehr schnell zu schwellen. Nun entsteht im Bereich der Nasennebenhöhlen ein Unterdruck, Sekret staut und entzündet sich, es schmerzt. In den Rachen abfließendes Sekret kann auch dort zu erheblichen Irritationen führen. Prädisponierend wirken ungünstige anatomische Verhältnisse, genetische Ursachen, Neigung zu Polypenbildung und Allergien, Abwehrschwächen, etc.

Im Laufe der Zeit können infolge immer wiederkehrender akuter Entzündungen bei ungünstiger Prädisposition chronische NNH-Entzündungen entstehen. Hauptursache für chronische Entzündungen sind die ungünstige Anatomie sowie Schleimhaut“schwächen“. Die Nebenhöhlen sind hierbei ständig unzureichend belüftet und bleiben verdickt. Es kann sich eine vollständige Füllung der Nebenhöhle mit zähem eingedicktem Sekret (Pilz) bilden.

Was Sie selbst tun können?

Bei aufziehendem Schnupfen sollten Sie sich körperliche und geistige schonen. Leichte Kost und viel trinken helfen dem Körper, den Infekt zu bekämpfen.

Geht die Nase zu, wenden Sie kurzfristig abschwellende Nasensprays oder -tropfen an.

Konsultieren Sie Ihren HNO-Arzt, wenn zunehmend Schmerzen im Oberkieferbereich auf Druck oder beim Bücken auftreten, sowie bei Fieber, zunehmenden Kopfschmerzen oder Symptomen, die eine „normale“ Erkältung deutlich übersteigen.

 Hilfe durch den Spezialisten

Je nach Spezifität der Systematik kann ausgehend von einem Gespräch mit Ihrem HNO Arzt eine weitere Diagnostik bei verschiedensten Fachmedizinern erfolgen. Hierzu gehören:

  • HNO-Arzt
  • Allergologe (Schleimhautprobleme)
  • Neurologe (Kopfschmerzen)
  • Zahnarzt (Zahnwurzeln, Zysten)
  • Internist (Grunderkrankungen)

Was Sie bei Ihrem Arzt erwartet?

Bevor Ihr Arzt mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden statt. Im Rahmen dessen befragt er Sie ebenfalls zu zurückliegenden Beschwerden und eventuell bestehenden Erkrankungen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Können Sie eine genaue Charakterisierung und gegebenenfalls Lokalisation vornehmen?
  • Haben sich im Verlauf der Symptomatik Veränderungen ergeben?
  • Leiden Sie unter zusätzlichen Symptomen, wie beispielsweise Heiserkeit, Husten etc.?
  • Litten Sie bereits schon einmal daran und sind diese Anzeichen familiär aufgetreten?
  • Bestehen aktuell Vorerkrankungen und werden diese therapiert?
  • Nehmen Sie aktuell Medikamente ein?
  • Sind Ihnen Allergien bekannt?
  • Leiden Sie unter Stress im Alltag?

Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein?

Ihr HNO-Arzt benötigt eine Übersicht über Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch eine Übersicht über die Medikamente, die Sie einnehmen, in einer Tabelle zusammen. Einen Medikamentenplan zum Ausfüllen finden Sie hier.

Untersuchungen (Diagnostik) durch den HNO-Arzt

Ausgehend von Ihrer in der vorausgegangenen Anamnese erhobenen Symptomcharakteristik und Ihrem aktuellen Befinden kann der HNO-Arzt nun folgende Diagnostik anwenden:

Schmerzen der Nasennebenhöhlen erfordern eine komplette Untersuchung der Nase, des Nasen-Rachenraums, des Mundes und des Kehlkopfs sowie der Ohren, um das Beschwerdebild einzugrenzen.

Die Nase wird zunächst orientierend mit einem Nasenspekulum oder mit einer starren Optik untersucht. Genauere Untersuchungen erfordern das Abschwellen der Schleimhaut. Dazu wird die Nase eingesprüht oder ein getränkter Wattebausch mit einer Pinzette in die Nase eingebracht. Nach wenigen Minuten ergibt sich eine gute Einsicht ins Naseninnere. Beurteilt werden die Nasenscheidewand, die Schleimhäute, die Öffnungen zu den NNH und der Nasenrachen-Raum. Es folgt das Abtasten der Nerven des Oberkiefers. Ultraschalluntersuchungen oder röntgenologische Untersuchungen zeigen, ob die NNH vollständig mit Sekret angefüllt sind. Ein Abstrich und eine Blutentnahme können erfolgen.

Es folgt die Untersuchung der Ohren (Belüftungsstörungen), des Halses (Lymphknoten), des Mundes (Schleimstraße) und des Kehlkopfs.

Bei chronischen Beschwerden ist ein NNH-Computertomogramm und ein Allergietest unabdingbar, oft ergänzt durch Geruchstest und Messungen der nasalen Luftpassage. Wiederholte Verlaufskontrollen sind erforderlich.

 Behandlungen (Therapie)

Die kurzfristige Anwendung von Nasenspray kann gegen Nasennebenhöhlenentzündung helfenAusgehend von Ihrer in der Anamnese angegebenen Symptomcharakteristik und Ihrem aktuellen Befinden kann der HNO-Arzt nun folgende Therapie vorschlagen:

Akute Entzündungen erfordern häufig eine konsequente Therapie mit Antibiotika (bei stärkeren Symptomen), immer jedoch Nasenspray oder -tropfen, Schmerz-stillende und abschwellend wirkende Medikamente. Inhalationen und Wärmeanwendungen können lindernd wirken.

Chronische Entzündungen erfordern im Akutstadium dieselbe Therapie. Je nach Ergebnis aller Untersuchungen können auch Eingriffe in der Nase erforderlich werden. Ziel ist es, eine ausreichende und ständig gute Belüftung der Nasennebenhöhlen unter geringst möglichem operativen Einsatz zu erzielen (es existieren verschiedene Operationstechniken). Eingriffe an der Nasenscheidewand und an den Nasenmuscheln sind oft zusätzlich von Nutzen. Polypen der Nasenhaupthöhle oder in den Kieferhöhlen werden gleichzeitig entfernt. Anschließend sind auch stumpfe Spülungen gut möglich.

Ihr HNO-Arzt wird Sie im Falle eines operativen Eingriffs sachkundig beraten und eine Empfehlung aussprechen.

Vorbeugung (Prophylaxe, Prävention)

Halten Sie von erkennbar an Erkältung leidenden Mitmenschen Abstand. Reinigen Sie die Hände, rauchen Sie nicht (schädigt die Schleimhaut). Zur Stärkung der körpereigenen Abwehr leben Sie gesund (Ernährung, Sport). Meiden Sie unsaubere Gewässer beim Schwimmen.

Prognose

Akute NNH-Entzündungen heilen in ein bis zwei Wochen folgenlos aus. Chronische Entzündungen haben bei konsequenter Diagnostik ebenfalls eine gute Prognose. Bei Polypenwachstum muss allerdings mit erneuter Polypenbildung gerechnet werden.

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